Linux ausführlich beleuchtet

Hauptsächlich geben wir im Technik Bereich von explipedia hier Windows Tipps. Ab und zu schleichen sich natürlich auch hilfreiche Anleitungen zu iOS oder Android ein. Trotzdem möchten wir heute mal eine kleine Lanze für Linux brechen. In diesem Artikel zählen wir einfach mal ein paar Gründe auf, warum der Wechsel zu Linux sich lohnen könnte.

Sind wir nicht alle etwas „Linux“?

05-linux-slackwareEigentlich hat jeder bereits ein oder sogar mehrere Linux Systeme zu Hause. So besteht Linux immer aus einem Kern und wird dann individuell mit den verschiedensten zusätzlichen Funktionen ausgestattet. So entstehen dann beispielsweise die verschiedenen Distributionen win OpenSuse, Debian, RedHat usw.

Natürlich ist aber auch hier nicht jeder Kern gleich, also auch das Grundgerüst kann unterschiedlich sein.

Aber zurück zum Punkt. Dieses Grundsystem findet sich in vielen verschiedenen Geräten. So ist das bekannteste wohl das Smartphone. Weltweit läuft auf den meisten Smartphones das Linux Betriebssystem „Android“.

04-linux-tuxWer zu Hause eine Set-Top Box, einen Router oder eine NAS hat, kann davon ausgehen dass sich darauf ebenfalls ein Linux befindet.

Fertige Betriebssystem Distributionen wie beispielsweise OpenSuse haben sich in den letzten Jahren derart weiterentwickelt, dass auch ein Laie mit diesem System schnell zu Recht kommt und alles hat was er braucht. Möchte man eine zusätzliche Software installieren, so geht das relativ einfach über die Paketverwaltung.

Kaum Platzbedarf

So gibt es Distributionen die nur das nötigste mitbringen, wodurch der Platzbedarf auf einer Festplatte bzw. SSD enorm gering ist. Wer Platz hat, der kann sich die nötigen Komponenten einfach dazu installieren. Bei Windows sieht es da schon anders aus, da hier bereits die Grundinstallation viel Platz verbraucht.

Für jeden das Richtige

Es gibt unter Linux einige bekannte Distributionen wie beispielsweise Debian, Suse oder Red Hat. Von diesen gibt es wiederrum Ableger, welche sich an spezielle Zielgruppen richten. So gibt es abgespeckte Servereditionen, die auf Multimediaprogramme verzichten, dafür aber Komponenten wie einen Apache vorinstalliert haben.

Es gibt aber auch Distributionen wie Ubuntu Studio, welche sich an Musikschaffende richten. Alle hier aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. Interessierte können sich aber trotzdem einmal Versionen wie Edubuntu für Bildungszwecke oder Mythbuntu (Multimedia-Center-PC) anschauen.

Aber auch vom Aussehen kann hat Linux hier den Anwender einiges zu bieten. So kann man sich zwischen den beiden Hauptoberflächen KDE-Desktop, Unity-Desktop und GNOME-Desktop entscheiden.

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So ist Suse meistens mit dem KDE-Desktop vorinstalliert und Ubuntu inzwischen mit dem Unity-Desktop. Linux ist aber derart flexibel, dass man bei den einzelnen Distributionen auch einfach ein anderes Desktopsystem installieren kann.

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Für Profis aber auch für Einsteiger

Professionelle Linux Nutzer bzw. Administratoren lieben die Linux-Shell. Hier ist nichts bunt oder verschnörkelt. Hier werkelt man direkt am System und dies meist effizienter und schneller als mit jeder Installationsroutine.

Wem dies zu kompliziert ist, der kann aber auch auf Konfigurationswerkzeuge zurückgreifen, welche einige Systeme bereitstellen. So kann auch ein Laie Suse Linux mit dem Tool YaST konfigurieren, wie in der Windows Systemsteuerung.

Hardwarekompatibilität

Ja es stimmt, manchmal müssen Linux Nutzer etwas warten, bis ein aktuelles Gerät auch unter Linux verwendet werden kann. Diese Zeitspanne hat sich aber in den letzten Jahren immer weiter verkürzt. Sollte ein Hersteller mal keine Unterstützung für Linux geben, so hilft sich die Community hier selbst untereinander.

Anders sieht es da bei alter Hardware aus. Aktuelle Distributionen kommen wunderbar mit alter Hardware klar, manchmal braucht man nicht einmal einen Treiber zu installieren.

Bei Windows sieht das schon anders aus. Einen alten Drucker an Windows 8.1 installieren, samt aller Funktionen kann mitunter schwierig werden. Hier gibt es dann zwar noch Standardtreiber, aber bei diesen muss man dann meistens auf Funktionen verzichten.

Die Sicherheit

Eins muss man einfach zugeben, Linux ist von Hause aus sicherer als Windows. Dies liegt natürlich an mehreren Gründen. Zum einen ist es unter Linux selbstverständlich, dass man für systemrelevante Eingriffe immer Administratorrechte (root-Rechte) benötigt. Dieses Prinzip hält zwar immer mehr auch in Windows ein, trotzdem sind die viele Anwender auch immer gleichzeitig Administrator. Durch diesen Umstand können Schadprogramme mehr Zerstörung anrichten, da sie mehr Befugnisse haben.

Ein weiterer Grund ist auch die Verbreitung. Da Linux nicht so weit auf Desktops Systemen verbreitet ist wie Windows, sparen sich Hacker die Mühe. Für einen Cyber-Kriminellen ist es lukrativer die gleiche Zeit in eine Schadsoftware für Windows zu stecken als für Linux. Mit einer Schadsoftware für Windows können einfach mehr Geräte angegriffen werden.

Auch Grund für eine höhere Sicherheit ist, dass Linux bereits von Anfang an seine Tore geschlossen hält. Ports werden erst geöffnet, wenn spezielle Funktionen installiert werden. Windows ist hier von einfach offenherziger.

Dadurch das der Quellcode von Linux frei zugänglich ist, kann jeder Sicherheitslücken entdecken und diese auch gleich schließen. Bei Windows ist man da auf die Expertise der Microsoft-Mitarbeiter angewiesen.

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Das liebe Geld

Eins interessiert uns deutsche Sparfüchse doch ganz besonders – das Geld. Linux ist im Grund kostenlos. Möchte man Linux in einem Laden, in einer schicken Verpackung mit Datenträger und Anleitungen kaufen, dann muss man natürlich auch hierfür etwas bezahlen. Man kann sich die jeweilige Distribution aber auch einfach aus dem Internet herunterladen, auf einen USB-Stick kopieren und von dort aus installieren.

Warum ist Linux nur indirekt erfolgreich?

Wir haben oben bereits festgestellt das Linux bereits auf vielen Geräten installiert ist. Auf Arbeitsplatzrechner oder privaten PCs schafft es Linux allerdings nicht zum Durchbruch und wird es wahrscheinlich auch nie.

Beruflich bin ich vor ca. 12 Jahren in den IT Markt eingestiegen und habe seit dem Linux immer beobachtet und selbst einige Male ausprobiert. Bastler und Technikbegeisterte lieben ziemlich schnell Linux, normale Nutzer aber verlieren schnell die Lust, bzw. interessieren sich dafür gar nicht.

Die Apple Betriebssysteme sind ja mit Linux verwandt, da der Kern von Unix stammt. Das Apple System erlangte natürlich auch durch die Hardware zu Ruhm, den wahren Durchbruch erlangte es aber durch die Benutzerfreundlichkeit.

Obwohl Mac OS oder iOS vom theoretischen alles könnten, machen sie es nicht. Diese System spezialisieren sich auf das wesentlich und blenden Dinge aus, welche sowieso nur manche Benutzer brauchen.

05-linux-ubuntuSo findet sich ein Einsteiger super schnell mit diesen Systemen zurecht und genau das will ein Benutzer auch. Jemand der sich nicht tagtäglich und IT Themen kümmern will, der möchte einfach ein simpel zu bedienendes System haben, mit dem er auf Anhieb alles machen kann was er will.

Und hier hakt es bei den meisten Linux System. Es fängt schon mal damit an, dass ein normaler Anwender gar nicht weiß was er nehmen soll, Suse, Red Hat, Debian, Fedora oder doch eine ganz andere Distribution?

Windows, Android oder iOS bzw. Mac kennt jeder irgendwie. Hat jemand ein Problem mit seinem Rechner, so kann schnell ein bekannter gefragt werden. Hat man allerdings Suse, der beste Freund Debian, der Bruder Debian, dann wird es mit Hilfestellungen schon etwas schwerer, als wenn alle Windows haben.

Zudem gibt es aber noch einen anderen Grund dafür, das Linux auf Desktopsystemen nicht verbreitet ist – Marketing. Kennt irgendwie TV, Radio oder Plakatwerbung von Linux bzw. hat diese wahrgenommen? Hier bleibt nur eins zu sagen:

„Es bringt nichts das beste Produkt zu haben, wenn keiner es kennt.“

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About the Author : Steven


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